Geflüchtete als wirtschaftliche Chance

Pictofigo_Friendship

Karin Schmedt

Wir nehmen für die derzeitigen gesellschaftlichen Herausforderungen „altbewährte Rezepte“ und stoßen dabei deutlich erkennbar an unsere Grenzen. Neues auszuprobieren und dabei durchaus Fehler zu riskieren, kann die Zukunft unserer Gesellschaft maßgeblich prägen und uns sowie unseren Kindern Glaube, Hoffnung und Stärke schenken. Kinder und Frauen sind aufgrund ihrer Integrationsfähigkeit ein wichtiger sozialer Bestandteil.

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Kinder lernen am schnellsten unsere Sprache und so folglich auch unsere Kultur. Kinder spielen einfach, tauschen sich auf Kindergeburtstagen aus und werden durch die Eltern (meistens Mütter) dorthin begleitet. Kinder sind unvoreingenommen und freuen sich ohne Vorbehalte, einfach ein Teil einer Gruppe zu sein. Die Eltern erleben, wie ihre Kinder „aufgenommen“ werden. Kinder machen sich ihre eigenen Gedanken und bilden eine eigene Meinung, die wiederum eine Brücke zu den Eltern darstellt. Es ist eine große und unsere Aufgabe für die Kinder dieser Welt mehr zu tun als nur zu reden. Den Fokus tatsächlich auf sie zu richten und den folgenden Generationen eine Perspektive und Zukunft zu geben. Allen Kindern. Sie sind unsere zukünftigen Schüler, Studenten, Azubi, Mitarbeiter und Führungskräfte. Deshalb sollte Integration und Entwicklung von Kindern keinesfalls unter dem Aspekt Profit wahrgenommen werden.

Renate Spiering

RS

Es war ein sehr anregender Abend mit aktiv gelebter Vielfalt, bei dem die Teilnehmer sich noch lange intensiv miteinander austauschten. Nachdem alle fünf Referenten ihr kurzes Impulsreferat vorgetragen haben fand sich eine große Runde zum facettenreichen Dialog zusammen. Durch das Vermeiden von konfrontierender Diskussion gelang achtsames Zuhören mit bester Lernkurve. Spannend war die große Unterschiedlichkeit der Sichtweisen zu erleben.

Es wurde deutlich, wie wichtig es ist besonders beim Thema Flüchtlinge und Menschen mit Hintergrund von Migration sehr genau zu differenzieren. Es gibt ein signifikantes Gefälle von Chancen und Gefährdungen.

Nur 10 % der Flüchtlinge, die Beratung wahrnehmen, sind weiblich. (Verteilung insgesamt ca. 30% Frauen, 70 % Männer) Dabei wäre es für sie aus diversen Gründen ganz besonders wichtig gut beraten zu werden. Nicht nur weil sie  mehr Schutz benötigen, sondern auch weil gerade ihre Arbeitsleistung einen so wichtigen Beitrag in der Gesellschaft bedeutet. Wie schaffen wir Möglichkeiten, dass es ihnen besser gelingt in die Beratungsstellen zu gelangen?

Fazit: es geschieht viel Positives: eindrucksvolle Hilfsengagements, Bestrebungen, Anstrengungen, Lernbereitschaft. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen können bereits sehr gute Erfolge bei gelungener Integration vorweisen. Es ist jedoch noch so viel mehr zu bewältigen, damit die Stimmung im Land nicht noch weiter aufgeheizt wird. Wichtig ist das Augenmerk auf diejenigen zu lenken, die am meisten marginalisiert werden. Wir müssen uns vor allem um diejenigen kümmern, die sich am wenigsten selbst helfen können. Und wir müssen vielfach verstehen lernen. Dazu braucht es große gemeinsame Anstrengungen und eine achtsame Art, in der wir miteinander Gedanken, Erfahrungen und Wege austauschen und ausloten. Was wir keinesfalls brauchen sind die Polarisierungen, die wir derzeit an so vielen Stellen ungut erleben.

Die Lust am Zündeln, die zunehmend oft zu spüren ist, hilft nicht weiter. Wir brauchen Besonnenheit, Klarheit, Empathie, Gespür für Zwischentöne, Zwischenräume und Menschlichkeit. Danke an alle Beteiligten für den sehr gelungenen Abend.

 

2 comments

  1. So toll unsere Willkommenskultur in Deutschland ist, so wenig wird durch Politik und Medien das Thema Flüchtlinge sauber analysiert. Seit Jahren können wir stetig wachsende Flüchtlingsströme über das Mittelmeer beobachten. Aber für deutsche Politik war dies über Jahre nur ein Problem für Italien und Griechenland, da diese ja nach Schengen Abkommen und Dublin Abkommen in der EU für Registrierung und Aufnahme zuständig waren. Dabei ist seit Jahren bekannt, dass sich – neben den Kriegsflüchtlingen aus Syrienn – viele Menschen in Nordafrika auf gepackten Koffern befinden, weil sie im Zweifel ihr Leben auf Spiel setzen, um über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.
    Wo bleibt eigentlich die von Kanzlerin Merkel angekündigte Ursachenbekämpfung? Die liegt in Nordaftika an dem seit Jahren bekannten Problem des „Youth bulge“, d.h. mehr als 50% der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre und von diesen haben 70 % keine Aussicht auf Arbeit. Sie haben keinerlei Zukunft, weil auch wir sie in der Vergangenheit nicht unterstützt haben. Also fliehen sie über das Mittelmeer. Der Strom wird wieder erkennbar zunehmen, wenn das Wetter auf dem Meer wieder besser geworden ist.
    Der Versuch Europas, sich mit Zäunen abzuschotten, wird scheitern. Wir brauchen eine neue Asylpolitik und Einwanderungspolitik für die EU. Wir brauchen keinen hilflosen Bundesinnenminster, der Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Staaten erklärt. Denn dies ist kein Lösungsweg für die oben angesprochenen jungen Menschen.

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