Ein Leben zwischen Bayern und Peru

Leben zwischenzwei Kulturen

Das Leben verläuft selten geradlinig und ist noch seltener weit im Voraus planbar.
Martina Sturainer de Cueto wurde Bankkauffrau, entschloss sich dann aber doch für einen andren Lebensweg, holte das Abitur nach und schrieb sich an der Uni ein.
Die Liebe zur spanischen Sprache und die Neugierde auf den lateinamerikanischen Kontinent brachten Martina nach Peru.

Martina Sturainer de Cueto lebt in zwei völlig unterschiedlichen Kulturkreisen: Bayern und Peru
Martina Sturainer de Cueto lebt in zwei völlig unterschiedlichen Kulturkreisen: Bayern und Peru

Lateinamerika
Während Ihres Studiums nahm sie die Gelegenheit war ein Semester an der Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) in Lima zu studieren.
Nicht nur das Studium dort, sondern vor allem die Warmherzigkeit der Menschen und die einzigartige Natur legten den Grundstein für eine tiefe Verbundenheit mit diesem Land.

Nach dem Studium folgten ein Praktikum bei Amnesty International und eine Zeit als Trainee mit Schwerpunkt Lateinamerika bei einer Unternehmensberatung.
Später reiste sie als Einkäuferin für Bioprodukte durch Südamerika und erfuhr durch zahlreiche Besuche bei den Bauern vor Ort, dass viele Produkte, die wir in Deutschland so selbstverständlich erwerben von dort stammen.
Bei ihrer Arbeit für einen Exporteuer von Quinoa in Peru lernte Martina während ihrer Reisen durchs Land Kooperativenarbeit kennen. Bauern, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam ihre Waren zu verkaufen.

Bayern
Das Private und das Berufliche greifen ineinander: während des Semesters in Peru lernte Martina ihren Mann kennen und aufgrund der geplanten Familiengründung zogen sie beide nach Bayern.

Mit den Erfahrungen ihres Mannes aus der Textilwirtschaft und der neu entdeckten Begeisterung für Pima Baumwolle gründeten sie zusammen mit einer französischen Modedesignerin das Label Mama Ocllo.  Pima Baumwolle ist eine speziell langfasrige, hochwertige Baumwolle, die in den Tälern Nordperus (rund um Piura) angepflanzt wird. Ursprünglich wuchs die native Baumwolle in den Bergen, doch mittlerweile hat sich das meiste auf die Küstenregion verlagert.
Daraus wird in enger Zusammenarbeit mit einer peruanischen Produzentin Baby- und Kleinkindbekleidung gefertigt, die speziell für empfindliche Haut geeignet ist und sich wie Seide anfühlt.

Leben und Arbeiten
Während des Gesprächs wollte ich wissen, was ein Leben in zwei so unterschiedlichen Kulturen mit einer Unternehmerin und Mutter macht.

Was hast Du in Deiner Zeit im Ausland für Dich persönlich mitgenommen? Hat sich Deine Einstellung bezüglich Menschen und Umwelt verändert?
Meine Einstellung hat sich völlig verändert. Ich mag die komplett unterschiedliche Kultur in Peru sehr. Es werden sehr viele Fragen gestellt und Antworten hinterfragt. Spannend finde ich, dass das Land wirtschaftlich wächst und sich immer wieder neue Möglichkeiten entwickeln.

Hat sich durch das Kind Deine Sicht auf das Arbeitsleben verändert? Hat Dich Dein Kind persönlich verändert?
Bisher habe ich so lange gearbeitet, bis alle Aufgaben vom Tisch waren. Seit der Geburt ist Arbeiten einfach anders. Am Anfang konnte ich natürlich weniger arbeiten, und musste die Schlafenszeiten gut nutzen. Jetzt kann Oma schon mal übernehmen und mein Mann und ich teilen uns die Arbeitszeiten. Ich muss manche Arbeit einfach auslagern und immer wieder meine Ungeduld zügeln. Manchmal dauert es eben etwas länger

Das Thema Vereinbarkeit ist in aller Munde. Was bedeutet es für Dich?
Von zu Hause aus arbeiten können und das Kind ist bei mir. Ich habe Flexibilität und bin frei in meiner Zeiteinteilung.
Was treibt Dich an?
Ich mag es sehr, dass es immer wieder neue Projekte gibt: Neue Website, neue Produktionsrunde, Ausblick auf die nächste Peru Reise. Gegenseitig Ideen geben. Bewegung in der ganzen Sache sehen und neue Visionen. Das Schlimmste für mich ist Stillstand.

Susanne Hausdorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.